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| Luftsäule in offener Pfeife |
Luftsäule in gedeckter Pfeife |

Es ist auch möglich, eine Pfeife nicht vollständig zu decken, sondern in den Deckel,
der die Pfeifenmündung verschließt, ein Röhrchen einzusetzen. Dieses kann eine
unterschiedliche Weite und Länge haben, was den Obertonaufbau (jnd damit den Klang) der Pfeife beeinflusst.
Register dieser Bauart heißen Rohrflöten.
Aber auch das gegenteilige Phänomen lässt sich erreichen: Baut man eine 8' lange Pfeife, die neben einem niedrigen Aufschnitt (die Höhe des Labiums) auch eine enge Kernspalte hat und versieht sie auf halber Höhe des Pfeifenkörpers mit einem (kleinen!) Loch, so erklingt sie als 4'. Dieser Ton klingt dann allerdings brillanter und strahlender, als wenn die Pfeife nur 4' lang wäre. Bei diesem Phänomen spricht man von überblasen.
Um Labialpfeifen zu stimmen, bedient man sich verschiedener Mittel. Zum einen kann man die Pfeifen auf Länge schneiden, d. h., die Körperlänge der Pfeife entspricht dann exakt ihrer Tonhöhe. Dieses Verfahren ist wohl das älteste und hatte bis ins Barock hinein Bestand. Der Nachteil hierbei ist, dass sich die durch Temperaturschwankungen unweigerlich auftretenden Stimmungsveränderungen nur sehr schwer korrigieren lassen. Dies ist umso ärgerlicher, wenn sich nicht die ganze Orgel kollektiv verstimmt, sondern nur einzelne Bereiche
Kleinere Metallpfeifen (etwa 2' und kürzer) lassen sich mithilfe des sog.
Stimmhorns nachstimmen, indem man das obere Pfeifenende, die sog.
Pfeifenmündung, etwas auf- oder einreibt, die
Pfeife also geringfügig verkürzt oder deckt.
Dieses Verfahren ist allerdings auf Dauer schädlich für das Material, das
ermüdet und brüchig wird. Darüber hinaus ist es bei Pfeifen, die größer
als 2' sind, nicht anwendbar.
Daher
ging man dazu über, die Pfeifen um einige wenige Zentimeter länger
zu bauen, als sie es von ihrer bestimmten Tonhöhe her sein müssten und an
ihrer Rückseite an der Pfeifenmündung (also dem oberen Ende des Pfeifenkörpers)
sog. Stimmschlitze
anzubringen. Hierbei wird die Pfeife so eingeschnitten, dass ein etwa
zentimeterbreiter und zwei bis drei Zentimeter langer Streifen Metall nur
noch an seiner Unterseite mit der Pfeife verbunden ist. Je nachdem, wie
weit man diesen Streifen nun auf- oder abrollt, verändert sich die reelle
Länge der Pfeife (denn der nicht mehr vollständig geschlossene Teil klingt
nicht mehr). Dadurch lässt sich die Pfeife mühelos sehr exakt und materialschonend nachstimmen.
Aber
diese Form der Stimmung beeinträchtigt ebenfalls geringfügig den Klang der Pfeife.
Als dritte
Möglichkeit kamem in der Mitte des 20. Jh. die Stimmringe auf:
Breite Ringe aus der gleichen Legierung wie die Metallpfeife werden wie
Manschetten über den oberen Teil der Pfeife gestülpt. Je nachdem, wie weit
sie über den eigentlichen Rand der Pfeife hinausragen, desto tiefer wird
der Ton der Pfeife.
Bisweilen kann es notwenig sein, die Ansprache einer Labialpfeife je nach ihrer Konstruktion etwas zu unterstützen, ihr quasi
"auf die Sprünge zu helfen". Das ist immer dann der Fall, wenn die Parameter Kernspaltenöffnung, Kernfase, Aufschnitthöhe und Aufschnittbreite
nicht optimal geeignet sind, ein schnelles und sicheres Anprechen der Pfeife zu gewährleisten, für den erwünschten Klang aber unumgänglich sind.
Dies ist besonders bei engmensurierten Pfeifen der Streicherfamilie oft der Fall. Man unterstützt die Anprache mit sog. Bärten. Dies sind
kleine Metallstreifen (bei Holzpfeifen Holzleisten), die links und rechts des Labiums ("Seitenbärte") oder zusätzlich noch unterhalb davon
("Kastenbärte") angebracht sind. Diese Bärte lenken das aus der Kernspalte austretende Windband gegen Oberlabium und sorgen so für eine sichere
und rasche Ansprache. Insbesondere die Seitenbärte können sehr unterschiedlich ausgeformt sein, sie können sowol schmal als auch sehr breit, länger
oder kürzer sein. Welche Form sie jeweils haben, hängt sehr vom einzelnen Register ab.
In gewissem Maße lassen sich Pfeifen mithilfe der Seitenbärte auch stimmen. Dies wurde vor allem im Barock praktiziert, als man die Pfeifen grundsätzlich
auf Länge schnitt udn somit keine Möglichkeit hatte, sie über Manipulationen der Pfeifenmündung exakt zu stimmen.
Insbesondere bei romantischen Streicher-Registern existieren zudem noch andere Ansprachehilfen, die sog. "Rollenbärte", die aus einem runden
Holzstab vor dem Labium bestehen, und die "Streicherbärte" oder "Freins harmoniques", die eine Art Metallbügel vor dem Labium darstellen.
Alle die bisher beschriebenen Pfeifenformen sind zylindrisch. Es gibt aber auch Pfeifen,
die entweder konisch, trichterförmig oder komplex aus diesen drei Grundformen zusammengesetzt
sind. Auch dies hat wiederum Einfluss auf die Klanggestalt der Pfeifen.
Es sei an dieser Stelle allerdings auch erwähnt, dass ein guter Intonateur
durchaus in der Lage ist, Pfeifen einer bestimmten Bauart so klingen zu lassen,
als seien sie in einer anderen Form gebaut.
Pfeifen-Mensur, Begriffe Register und Disposition
Je nachdem, wie sich der Durchmesser einer Pfeife relativ zu ihrer Länge verhält (d. i. die Mensur), ändert sich die Oberton-Filterung und damit die Klangfarbe der Pfeife.
Man spricht im Allgemeinen von weiten, mittleren und engen Mensuren. Hierbei
gilt: Je enger die Mensur, desto obertöniger bis "streichender" ist der Klang der
Pfeife. Je weiter, desto obertonärmer, grundtöniger ist der Klang. Eine Reihe Pfeifen einer
Mensur, die also je Taste eine Pfeife mit gleicher Mensur enthält, wird Klangfarbe
oder Register genannt. Der Name eines Registers setzt sich zusammen aus seiner
Bezeichnung, die Auskunft über seinen Klang gibt (also Prinzipal, Flöte, Trompete etc.)
und der Angabe über seine Tonhöhe, die durch die Länge des tiefsten Pfeife in Fuß angegeben
wird (also beispielsweise Prinzipal 8`).
-
Das Register Prinzipal (auch Praestant und in höheren Lagen Oktave oder Superoctave genannt)
ist die Haupt-Klangfarbe einer jeden Orgel. Der Prinzipal hat eine mittlere Mensur und
bildet mit seinem obertonreichen, klaren, geraden Klang das Fundament einer Orgel.
-
Weite Register haben eher einen weicheren, flötigen Klang, weswegen sie auch als
Flöten-Register bezeichnet werden.
Zu den Flöten zählen auch die meisten Gedackt-Register.
- Enger als ein Prinzipal mensurierte Pfeifen klingen dagegen eher scharf und streicherartig, weswegen sie auch Streicher heißen. Zu den Streichern werden bisweilen auch eng mensurierte Gedackte gezählt.
Die geschickte und logische Auswahl der Register aus diesen drei Hauptgruppen (die jeweils
dutzende und aberdutzende verschiedene Bauformen enthalten) beim Bau der Orgel und deren
Anordnung zu einem harmonischen Klangkonzept nennt man Disposition.
Mehrchörige Register
Neben Registern, bei denen pro Taste (und damit pro Ton) eine Pfeife erklingt, gibt es auch
solche Register, bei denen zwei oder mehr Pfeifen erklingen. Diese mehrchörigen Register,
die in Dispositionen meist anstatt mit einer Fußzahl mit einer Angabe über die Anzahl ihrer
Chöre versehen werden (also beispielsweise 3fach bzw. 3f), werden in zwei Gruppen unterteilt:
Die Mixturen und die Kornette.
Mixturen bestehen (i.d.R.) aus Prinzipalpfeifen und setzen sich meist aus drei bis zehn Pfeifenreihen zusammen, die in Oktav- oder
Quintlage (selten auch Terzlage) zum Grundton (also dem Nominalton der betätigten Taste) klingen. Die Pfeifenreihen
weisen zu allermeist eine Tonhöhe oberhalb von 2' (bezogen auf den Ton C) auf. Terzreihen
finden in Mixturen nur recht selten Verwendung, da sie die Gefahr bergen, den Klang "dick" zu machen.
Da die Pfeifen, die bei Mixturen verwendet werden, sehr hoch und klein sind, würden sie normalerweise
sehr schnell zu hoch klingen, um ihren Ton noch wahrnehmen zu können, geschweige denn, sie
stimmen zu können. Daher repetieren Mixturen, d. h. auf bestimmten Tasten springt die Tonhöhe
um ein festgesetztes Intervall (meist um eine Quinte oder eine Oktave, siehe Schema
) zurück.
Mixturen (andere Namen für verschiedene Bauformen sind Scharff, Zimbel, Progressio, Plein jeu u. a.) werden nie alleine
benutzt, sondern immer zusammen mit anderen Registern, normalerweise mit Prinzipalen.
Mixturen runden den Klang nach oben hin ab und machen ihn strahlend. Deshalb spricht man auch
von "Klangkronen"
Ein Beispiel für die Zusammensetzung einer Mixtur 4fach:
Taste         Pfeifenlänge (der 4 Chöre)
C
2' 1 1/3' 1'
2/3'
c°
2 2/3' 2' 1
1/3' 1'
c'
4' 2 2/3' 2'
1 1/3'
c''
5 1/3' 4' 2
2/3' 2'
Anders dagegen bei Kornetten. Diese bestehen mindestens aus einer Quint- und einer Terzreihe, gegebenenfalls können Oktav- und seltener Septimreihen dazukommen. Kornette sind mindestens zweichörig, gehen aber nur sehr selten über die Fünfchörigkeit hinaus.
Kornettregister bestehen entweder aus Prinzipal- oder Flötenpfeifen.
Sesquialtera und Terzian besteht aus Prinzipalpfeifen, das klassische
französische Cornet sowohl aus weiten wie aus engeren Pfeifen. Besonders
bei den Kornetten (dem Register, nicht der Registergruppe) gibt es aber regional
und epochal starke Abweichungen in der Mensurierung der Pfeifen.
Kornette repetieren zumeist nicht, werden aber ebenfalls nie alleine gespielt (mit
Ausnahme des Cornet), sondern nur zusammen mit einem oder mehreren Registern der 8' und 4'-Lage.
Hier einige Beispiele für klassische Kornett-Register:
Kornett (Cornet) 5f
C: 8'+4'+2 2/3'+2'+1 3/5'
Sesquialtera 2f (3f)
C: 2 2/3'+1 3/5'(+ 1 1/3')
Terzian 2f
C: 1 3/5'+1 1/3'
Eine Sonderform der mehrchörigen Register sind die sog. Schwebungen. Sie bestehen
aus zwei Pfeifenreihen gleicher Tonhöhe und Mensur. Der einzige Unterschied ist die um
einige wenige Cent abweichende Stimmung der zweiten Pfeifenreihe. Durch diese absichtliche
leichte Verstimmung ergibt sich beim Zusammenspiel der beiden Pfeifenreihen ein "schwebender"
, sphärische Klang. Schwebende Register gibt es sowohl als Prinzipale, wie auch als Flöten
oder Streicher.
Materialien und Verarbeitung
Der dritte wesentlich für den Klang einer Pfeife verantwortliche Faktor ist die Auswahl des
verwendeten Materiales. In aller Regel finden Holz und Metall Verwendung. Doch innerhalb dieser
Materialgruppen gibt es erhebliche Unterschiede.
Der Großteil aller Orgelpfeifen wird aus Metall gebaut. Allerdings nicht aus irgendeinem,
sondern entweder aus Zinn, Blei oder einer Legierung aus beiden (dem sog. Orgelmetall).
Ob Zinn oder Blei verwendet wird oder welches Mischungsverhältnis bei einer Legierung, hängt
davon ab, welches Klangergebnis man erreichen möchte. Zinn sorgt für einen strahlenden,
obertönigen, weit tragenden Klang, der aber zur Schärfe neigt. Blei dagegen bewirkt einen sehr
weichen, warmen Klang, der aber nicht sehr tragfähig ist. Es kommt also auf die geschickte
Abwägung der Vor- und Nachteile an. Es gilt allerdings auch zu beachten, dass sich Blei oder
hochprozentige Bleilegierungen nicht für große Pfeifen eignen, da Blei ein sehr weiches Metall
ist, das dem Gewichtsdruck nicht auf Dauer standhalten würde.
In alten Orgelbau verwendete man trotzdem aus Kostengründen auch bei großem Pfeifen (8' oder
gar 16') Legierungen mit einem sehr hohen Bleianteil oder gar reines Blei, dem aber dann noch
Spuren von Antimon (unter 3%) beigemischt wurden, was die Festigkeit sehr erhöht.
Ohnehin war man bis ins 19. Jh. nicht in der Lage, Metalle faktisch rein zu verhütten.
Eine gewisse Verunreinigung mit Spuren anderer Metalle war unumgänglich.
Neben Zinn und Blei kommen auch noch andere Metalle, meist in reiner Form, zur Verwendung.
Seit dem Spätbarock wurde für große Pfeifen, die man aus sehr kostspieligem Zinn hätte
herstellen müssen, Zink verwendet. Diese versah man dann mit einer Auflage aus Silberfolie, um ihnen das
Aussehen von Zinnpfeifen zu geben. In Deutschlangd wurden nach dem ersten Weltkrieg Orgelpfeifen, die wegen
ihres Zinngehaltes zur Konservendosenherstellung (!) beschlagnahmt worden waren, meist durch Zinkpfeifen
ersetzt, da Zinn unerschwinglich geworden war.
Zink hat den Vorteil, außerordentlich fest und spröde zu sein und bietet
sich damit insbesondere für große Pfeifen an. Allerdings haben
Zink-Pfeifen verglichen mit Zinnpfeifen einen ungünstigen Obertonaufbau,
was es sehr schwer macht, sie klanglich an Zinn/Blei-Pfeifen heranreichen zu lassen.
Aus diesem Grund kommen
Zinkpfeifen im modernen Orgelbau praktisch nicht mehr zur Anwendung.
Als zweites Hauptmaterial bei Orgelpfeifen dient Holz. Es ist auch hier nicht ganz beliebig,
welche Holzsorte für welches Register verwendet wird, die Unterschiede sind aber weniger
frappant als bei Metallpfeifen. Meist wird für Orgelpfeifen Eiche, Fichte, Mahagoni oder
Obstholz verwendet.
Der Klang von hölzernen Pfeifen unterscheidet sich deutlich von dem der metallenen Pfeifen.
Er ist leiser, weicher und obertonärmer, aber sehr tragfähig. Daher wird Holz vorzugsweise
für Flötenregister und tiefe Bassregister verwendet. In der Konstruktion unterscheiden sich
hölzerne Pfeifen nur dadurch von solchen aus Metall, dass sie anstatt rund viereckig sind.
Dies hat aber auf den Klang wenig bis keinen Einfluss und ist nur der einfacheren Herstellung
geschuldet (die berühmte Orgelbaufirma Walcker hat vereinzelt große Holzregister in "Faßbauweise"
hergestellt. Dies hat sich aber nicht durchgesetzt.).
Lingual-Pfeifen
Neben den jetzt ausführlich beschriebenen Lippen-Pfeifen gibt es in der Orgel auch Pfeifen,
die Lingual- oder Zungen-Pfeifen genannt werden. Ihr Anteil am gesamten Pfeifenbestand einer Orgel geht nicht über ein Drittel hinaus, bewegt sich meist sogar nur zwischen einem Fünftel und einem Viertel.
Zungenpfeifen sind in ihrer Konstruktion deutlich komplexer als Labial-Pfeifen und klanglich von
ihnen völlig verschieden.
Konstruktion
Das Funktionsprinzip einer Zungenpfeife besteht in einem (Metall-) Blatt, der Zunge, das auf
einem hohlen Rohrsegment, der Kehle, liegt und durch die Luft, die durch den Stiefel
(d. i. der Fuß einer Zungenpfeife) einströmt, in Schwingung versetzt wird. Diese Schwingungen
übertragen sich auf die Luft in der Kehle und dem daran anschließenden Resonator, dem Becher. Der Ton, der aus dieser periodischen Unterbrechung des Luftstromes (durch die die
Kehle zyklisch verschließende Zunge) entsteht, wird durch die Resonatoren, die sog. Becher,
veredelt und verstärkt. Die Kehle, auf der die Zunge liegt, ist mithilfe des Keils zusammen mit der Zunge in einem Bleistück, der sog. Nuss (auch /i>Kopf genannt) befestigt, an deren anderem Ende der Resonator angebracht wird. Die Nuss steckt mit der unteren
Seite im sog. Stiefel, der ein Fußloch besitzt, durch das die Luft einströmen kann. Mithilfe der Krücke (auch Stimmkrücke genannt)kann das Zungenblatt an verschiedenen Stellen auf die Kehle gedrückt werden, so
dass sich der schwingende Teil verkürzt oder verlängert. Dadurch lässt sich die Pfeife auf die
exakte Tonhöhe stimmen.
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Klang von Lingual-Pfeifen
Die Klangfarbe und Lautstärke einer Zungenpfeife ist von vier Faktoren abhängig: Von der Breite
und Dicke des Zungenblattes (je dünner, desto obertöniger), vom
Material, das bei Zunge und Becher verwendet wird (Holz, Messing,
Weißblech oder Zinn), von der Höhe des Druckes, mit dem die Luft in die
Pfeife geleitet wird und zuletzt (ganz wesentlich) von der Form und Mensur
des Bechers. Man unterscheidet zwischen kurzen
und langen sowie zwischen zylindrischen, konischen und Bechern mit komplexen Formen. Lange,weite konische
Becher bilden alle Teiltöne und bewirken einen kräftigen, grundtönigen, schmetternden oder runden Klang,
solche Register tragen Namen wie Trompete oder Posaune,
während Linguale mit kurzen,
engen, zylindrischen Resonatoren, die vorwiegend die ungeraden Teiltöne bilden, einen leiseren,
obertonreichen, näselnd-hellen, häufig schnarrenden Klang haben. Solche Linguale
heißen
Krummhorn, Vox humana oder Regal
Deutsche und französische Linguale
Bei der Konstruktion von Zungen-Pfeifen lassen sich zwei Prinzipien
unterscheiden: Das deutsche und das französische. Durch die
unterschiedliche Anordnung des Kopfes (auch Nuss genannt) und die
verschiedenen Bauformen der Kehle besitzen deutsche und französische
Zungen deutlich voneinander zu unterscheidende Charakteristika. Während
Zungen deutscher Bauweise eher schlank und zart, gelegentlich sogar etwas
spröde und schnarrend klingen, sind französisch gebaute Zungenregister
(insbesondere Trompeten) sehr massig, kräftig und bestimmen den
Gesamtklang der Orgel ganz entscheidend.
Horizontal-Linguale
Im Regelfall werden in einer Orgel alle Pfeifen bzw. Register senkrecht stehend montiert.
Eine Untergruppe der Linguale macht allerdings eine Ausnahme: Die Horizontal-Zungen.
Ihren Ursprung haben sie im Spanien und Portugal des 18. Jahrhunderts.
Horizontalzungen klingen noch stärker und durchdringender als normale, vertikale Register
und wurden traditionell als Solo-Register verwendet.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden die Horizontal-Trompeten als Chamades
Eingang in den französisch-romantischen und später auch in den englischen Orgelbau.
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind sie auch in Deutschland vereinzelt anzutreffen.
Gererell lassen sich drei Unterbauarten der Horizontalzungen unterscheiden: Die spanisch-barocke,
die französisch-romantische und die englisch/amerikanische postromantische Bauweise.
Während spanische Horizontale eher schlank klingen und solistisch verwendet wurden, französische Horizontale eher voll und rund klingen und den Gesamtklang wie
eine Mixtur krönen, sind die englisch/amerikanischen Horizontaltuben meist auf maximale
Lautstärke ausgelegt und klingen sehr schneidend.
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Wer genaueres über Orgelregister wissen will, sollte bei
www.organstops.org vorbeischauen.
Einige recht eindrucksvolle kurze Audiofiles mit Registervorführungen finden sich beispielsweise hier
Winddruck
Pfeifen erklingen, indem sie angeblasen werden. Es ist aber alles andere als nebensächlich,
wie stark sie angeblasen werden. Es kommt also auf den Luftdruck an. Dieser wird im
Orgelbau in Millimeter Wassersäule (mm WS) gemessen. Hierzu schliesst man ein U-förmig gebogenes Röhrchen,
das zum Teil mit Wasser gefüllt ist, an die Windversorgung der Orgel an. Durch den Luftdruck wird
das Wasser aus seiner Mittellage in dem Röhrchen verdrängt und in dem einen der Röhrchenarme ein Stück
weit hochgedrückt. Die Strecke, die das Wasser verdrängt wurde, wird in Millimetern
gemessen. Normal sind Winddrücke zwischen 60 und 100 mm WS, bei kleinen Orgeln kann er durchaus
darunter liegen, bei großen Orgeln (in großen Räumen) auch deutlich darüber. Es gibt Register
(insbesondere Zungenregister im englisch/amerikanischen Orgelbau), die einen Windduck von
1000 mm WS und mehr haben. Diese infernalisch lauten Register sind aber sehr seltene Ausnahmen.
Das Pfeifenwerk